Vorwort
Inhalte für die Vorbereitung auf eine Klassenarbeit in Wirtschaftskunde.
Der Markt Regelt sich Selbst
Was ist der Markt?
Der Markt ist der Ort, an dem sich Angebot und Nachfrage von Gütern (Waren und Dienstleistungen) treffen und sich der Preis bildet.
Der Markt ist ein Ort des Wettbewerbs, da Anbieter miteinander konkurrieren, um die Aufmerksamkeit der Käufer zu gewinnen.
Vollkommener Markt
Ein vollkommener Markt ist ein theoretisches Modell, in dem alle Marktteilnehmer rational handeln, vollständige Transparenz herrscht, Güter homogen sind und allein der Preis die Kaufentscheidung bestimmt.
Der vollkommene Markt muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Tut er dies nicht, gilt er als unvollkommener Markt. Zu den Merkmalen gehören:
- Viele Anbieter und Nachfrager (Polypol)
- Homogene (Gleichartige) Güter
- Keine Präferenzen
- Vollständige Information
- Keine Marktzutrittsbarrieren
- Sofortige Anpassung an Änderungen
- Treffen von Angebot und Nachfrage am selben Ort/Zeit
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Funktion des Preises
Der Preis gleicht Angebot und Nachfrage aus, sodass Käufer und Anbieter zum jeweiligen Preis handeln können.
- Angebot: Die Menge an Produkten oder Dienstleistungen, die Verkäufer zu einem bestimmten Preis verkaufen möchten.
- Nachfrage: Die Menge an Produkten oder Dienstleistungen, die Käufer zu einem bestimmten Preis kaufen möchten.
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| Ausgleichsfunktion | Gleicht Angebot und Nachfrage aus; alle Anbieter und Nachfrager zum Preis können handeln |
| Informationsfunktion | Preisänderungen zeigen Knappheit: steigende Preise → knappes Gut, sinkende Preise → mehr Verfügbarkeit |
| Lenkungsfunktion | Lenkt Güter zur bestmöglichen Verwendung; Nachfrager mit höchstem Nutzen und effiziente Anbieter bevorzugt |
| Ausschaltungsfunktion | Schließt Marktteilnehmer aus, die den Marktanforderungen nicht genügen |
Was ist ein Gleichgewichtspreis?
Der Gleichgewichtspreis ist der Preis, bei dem Angebot und Nachfrage übereinstimmen.
An diesem Punkt können Anbieter ihre Waren verkaufen, ohne dass ein Überschuss oder Mangel entsteht.
Mehr dazu auf Studyflix Angebot und Nachfrage
Marktrenten
Konsumentenrente: Der Vorteil für Käufer, der entsteht, wenn sie ein Gut günstiger bekommen, als sie bereit gewesen wären zu zahlen.
Produzentenrente: Der Vorteil für Verkäufer, der entsteht, wenn sie ein Gut teurer verkaufen, als sie minimal dafür verlangen würden.
Beispielaufgabe
Angebot und Nachfrage:
Angebot und Nachfrage von Erdbeerkuchen
| Preis (€) | Nachfrage | Angebot |
| --------- | --------- | ------- |
| 0 | 12 | 0 |
| 1 | 11 | 2 |
| 2 | 9 | 4 |
| 3 | 7 | 7 |
| 4 | 2 | 8 |
| 5 | 0 | 10 |
a)
Preis (€)
5 | \ /
4 | X
3 | / \
2 | / \
1 | / \
0 | / \
-------------------
0 2 4 6 8 10 Menge
Legende:
/ = Angebot (steigend)
\ = Nachfrage (fallend)
Schnittpunkt bei Menge 7, Preis 3 €
B) Gleichgewicht
- Menge: 7 Kuchen
- Preis: 3 €
- Umsatz: 7 * 3 € = 21 €
C) Preisfixierung
- Preis 1 € → Nachfrage > Angebot → Nachfrageüberhang
- Preis 4 € → Angebot > Nachfrage → Angebotsüberhang
Wirtschaftliche Grundlagen
Was ist Wirtschaft?
Plannvoller Umgang mit knappen Ressourcen zu bestmöglichen Befriedigung unbegrenzter Bedürfnisse.
Problem: knappe Ressourcen / unbegrenzte Bedürfnisse
Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren
Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren sind die in Unternehmen eingesetzten Mittel, die gemeinsam zur Erstellung von Gütern und Dienstleistungen beitragen.
graph TD
A[Betriebswirtschaftliche<br>Produktionsfaktoren]
%% Hauptäste
A --> B[Dispositive Faktoren]
A --> C[Elementarfaktoren]
%% Dispositive Faktoren unterteilt
B --> B1[Leitung, Führungskräfte]
%% Elementarfaktoren unterteilt
C --> C1[Ausführende Arbeit]
C --> C2[Betriebsmittel]
C --> C3[Werkstoffe]
Elementarfaktoren sind die grundlegenden Bausteine, die ein Unternehmen für die Produktion braucht
Dispositive Faktoren sind die planenden und steuernden Tätigkeiten, die alles zusammenbringen.
Ökonomische Prinzipien (Wirtschaftlichkeitsprinzip)
Das ökonomische Prinzip besagt, dass Ressourcen so eingesetzt werden sollten, dass ein möglichst gutes Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis entsteht.
- Minimalprinzip: Mit möglichst wenig Mitteln ein vorgegebenes Ziel erreichen.
- Maximalprinzip: Mit gegebenen Mitteln das Maximale erreichen.
- Optimumprinzip: Das beste Verhältnis zwischen eingesetzten Mitteln und erzieltem Ergebnis finden.
Wie Ressourcenknappheit zur Arbeitsteilung führt:
Weil Ressourcen begrenzt sind, müssen Menschen effizient zusammenarbeiten. Arbeitsteilung ermöglicht, Aufgaben aufzuteilen und dadurch Zeit, Kosten und Aufwand zu sparen.
- Innerfamiliär – Aufgabenverteilung innerhalb der Familie
- Betrieblich – Aufteilung von Arbeitsprozessen im Unternehmen
- Beruflich – Spezialisierung auf bestimmte Berufe oder Tätigkeiten
- Volkswirtschaftlich – Arbeitsteilung zwischen Branchen innerhalb eines Landes
- International – Spezialisierung und Austausch zwischen Ländern
| Vorteile der Arbeitsteilung | Nachteile der Arbeitsteilung |
|---|---|
| Höhere Produktivität | Abhängigkeiten |
| Kostenvorteile | Monotone Tätigkeiten |
| Bessere Qualität | Höhere Störanfälligkeit |
| Spezialisierung | Verlust ganzheitlicher Fähigkeiten |
3 Sektoren-Modell einer Volkswirtschaft
Primärer Sektor: Rohstoffgewinnung, Sekundärer Sektor: Rohstoffverarbeitung,
tertiärer Sektor: Dienstleistungen
(Erweiterter) Wirtschaftskreislauf
Von bilanz junkie - Wirtschaftskreislauf
Bedürfnisse, Bedarf und Nachfrage
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Bedürfniss | Gefühl eines Mangels, mit dem Wunsch, diesen zu beseitigen |
| Bedarf | Mit Geld abgedecktes (kaufkraftgestütztes) Verlangen nach Gütern zur Befriedigung der Bedürfnisse |
| Nachfrage | Teil des Bedarfs, der auf dem Markt durch eine Kaufentscheidung realisiert wird |
Maslow‘sche Bedürfnispyramide
(Blau: Defizitbedürfnisse, Weiß: Wachstumsbedürfnisse)
Von herzbluttigerevents - mitarbeiterzufriedenheit-steigern
Arten von Gütern
Die Klassifikation von Gütern hilft zu verstehen, welche Ressourcen knapp sind und wie sie in der Wirtschaft verwendet werden.
graph TD
G[Güterarten]
FG[Freie Güter]
WG[Wirtschaftsgüter]
MG[Materielle Güter]
IMG[Inmaterielle Güter]
KG[Konsumgüter]
PG[Produktionsgüter]
R[Rechte]
DL[Dienstleistungen]
%% Beziehungen
G --> FG
G --> WG
WG --> MG
WG --> IMG
MG --> KG
MG --> PG
IMG --> R
IMG --> DL
Nur Wirtschaftsgüter haben einen Preis – ihre weitere Unterteilung zeigt, ob sie direkt konsumiert oder zur Produktion weiterer Güter eingesetzt werden.
Betriebstypologien
Betriebstypologien sind Klassifikationen von Unternehmen nach Merkmalen wie z.B. Größe.
Ökonomische, soziale und ökologische Ziele von Unternehmen
Unternehmen verfolgen ökonomische, soziale und ökologische Ziele, die jedoch oft in Konflikt zueinander stehen – deshalb müssen Prioritäten gesetzt und Kompromisse gefunden werden.
| Ökonomische Ziele | Soziale Ziele | Ökologische Ziele |
|---|---|---|
| Gewinnmaximierung | Gutes Betriebsklima | Vermeidung von Abfällen |
| Rentabilität | Mitarbeiterzufriedenheit | Einsparung von Energie |
| Absatz- und Umsatzsteigerung | Förderung der Gleichberechtigung | Nachhaltigkeit |
| Erhöhung des Marktanteils | Schaffung/Erhalt von Arbeitsplätzen | Umweltverträglichkeit |
| Produktivität | Ausbau sozialer Leistungen | Recycling |
| Senkung der Kosten | Vereinbarkeit von Beruf und Familie | Umweltfreundliche Produkte |
| Beseitigung der Konkurrenz | Zahlung angemessener Vergütung | Umstieg auf erneuerbare Energien |
| Kundenzufriedenheit | Sponsoring sozialer Projekte | Dämmung der Gebäude |
| … | … | … |
Rechtsformen und Führung von Unternehmen
Anscheinend nicht wichtig für Prüfung
1.1 Unternehmenszahlen nach Beschäftigtenzahl
| Merkmal | 0–9 Beschäftigte | 10–49 Beschäftigte | 50–249 Beschäftigte | ≥250 Beschäftigte | Insgesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Einzelunternehmer | 1.954.811 | 89.627 | 3.540 | 85 | 2.048.063 |
| Personengesellschaften (OHG, KG) | 335.851 | 64.122 | 14.322 | 3.231 | 417.526 |
| Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) | 591.177 | 181.460 | 49.919 | 11.334 | 833.890 |
| Sonstige Rechtsformen | 132.816 | 27.618 | 7.328 | 2.677 | 170.439 |
| Insgesamt | 3.014.655 | 362.827 | 75.109 | 17.327 | 3.469.918 |
2023 laut statistica.com - Unternehmen in Deutschland
1.2. Übersicht über die Rechtsformen
1.3. Kriterien zur Wahl der Rechtsform
- Finanzen: Kapitalaufbringung, Finanzierungsmöglichkeiten
- Haftung: Wer haftet? Umfang der Haftung
- Organisation: Leitung, Vertretung, Gewinnverteilung
- Kosten & Steuern: Steuerbelastung, Gründungs- und Buchhaltungskosten
2.1 Die Firma eines Kaufmannes
Als Firma wird der Name, unter dem der Kaufmann im Sinne des HGB
seine Geschäfte führt, bezeichnet.
- Personenfirma z.B. Jens Große GmbH
- Sachfirma z.B. Betonhandel Dittersdorf OHG
- Fantasiefirma z.B. Grand Unicorn AG
- Mischfirma z.B. Große and friends Betonhandel Dittersdorf OHG
| Grundsatz | Bedeutung |
|---|---|
| Firmenöffentlichkeit | Eintragung der Firma ins Handelsregister ist Pflicht. |
| Firmenbeständigkeit | Weiterführung der Firma bei Inhaberwechsel ist möglich. |
| Firmenausschließbarkeit | Firmenname muss sich klar von anderen Firmen unterscheiden. |
| Irreführungsverbot | Firmenname darf nicht über Gesellschaftsverhältnisse täuschen. |
| Offenlegung der Haftungsverhältnisse | Durch Firmenzusatz und Handelsregistereintrag offenzulegen. |
| Offenlegung der Gesellschaftsverhältnisse | Ebenfalls durch Firmenzusatz und Handelsregistereintrag sicherzustellen. |
2.2 Handelsregister
Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, in dem alle wesentlichen Informationen über Kaufleute und Unternehmen im Bezirk des jeweiligen Amtsgerichts eingetragen werden.
- Kleingewerbe und GbRs nicht eintragungspflichtig
- Enthält rechtliche und wirtschaftliche Informationen (§15 HGB)
- Elektronische Anmeldung, Änderungen und Löschungen
- Abteilungen:
- A (HRA): Einzelkaufleute, Personengesellschaften, Vereine
- B (HRB): Kapitalgesellschaften
| Inhalt nach Handelsregisterverordnung | Beschreibung / Details |
|---|---|
| Firma | Vertretungsberechtige Personens |
| Sitz und Geschäftsanschrift | Rechtsform des Unternehmens |
| Niederlassungen und Anschriften | Grund- oder Stammkapital |
| Gegenstand des Unternehmens | Sonstige Gesellschafter (Kommanditisten) |
| Sonstiges (Insolvenzverfahren, laufende Umwandlung der Rechtsform, …) | Einsehbarkeit weiterer Dokumente |
Hinweis: Eintragungen können konstitutiv (rechtserzeugend) oder deklaratorisch (rechtsbezeugend) sein.
2.2 Arten von Kaufläuten
von Lernnetz 24 - Kaufmannseigenschaft
3. Arten von Rechtformen
3.1 Einzelunternehmung
3.1.1. Wahlmöglichkeit des Einzelunternehmers
Einzelunternehmer kann wählen zwischen:
- Kleingewerbetreibender – wenn keine kaufmännische Organisation nötig ist
- Eingetragener Kaufmann (e.K.) – freiwillig oder bei größerem Geschäftsbetrieb
- Alleinige Gründung einer Kapitalgesellschaft – GmbH/UG oder AG
3.1.2. Kleingewerbetreibender (nicht eingetragen)
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Gründung | Anmeldung beim Gewerbeamt und Finanzamt |
| Firma | Keine Firma, Geschäfte mit Vor- und Nachname |
| Kapital | Keine Mindesthöhe vorgeschrieben |
| Geschäftsführung | Durch Kleingewerbetreibenden selbst |
| Haftung | Unbeschränkt mit Geschäfts- und Privatvermögen |
| Gewinnverteilung | Keine Verteilung notwendig |
| Organe | Keine |
Besonderheiten / Vereinfachungen beim Kleingewerbetreibenden
- Keine Eintragung im Handelsregister
- Geringere Buchhaltungspflichten
- Regeln des HGB gelten nicht für den Kleingewerbetreibenden
- Evtl. Umsatzsteuerbefreiung (Vorjahr max. 22.000 €, aktuelles Jahr voraussichtlich max. 50.000 €)
Exkurs: Bei Handelskäufen muss ein Kaufmann Mängel unverzüglich rügen (reklamieren); die Fristen richten sich nach Art des Mangels und können zwischen sofortiger Anzeige und maximal drei Jahren liegen.